EURO-Krise: Die Luft wird rauher

Zunehmend wird vor allem von deutscher Seite aus signalisiert, dass man nicht bereit ist, weitere finanzielle Haftungen zu übernehmen, wenn hoch verschuldete EURO-Länder wie Griechenland nicht selbst bereit sind, notwendige Strukturreformen zur Reduzierung ihrer Schulden durchzuführen. Deutschland muss dabei allerdings aufpassen, dass es aufgrund seiner Historie nicht politisch und emotional isoliert wird. Bereits auf dem Weltwirtschaftforum in Davos wurde Kanzlerin Angela Merkel mit ihrer unnachgiebigen Haltung von der britischen Presse als arrogant deutsch wahrgenommen. Mit den Gedanken, Griechenland einen deutschen (?) Aufseher zur Seite zu stellen, spaltet sie jetzt angeblich Europa. Portugal steht nun ebenfalls bereits auf der Kippe. Deutlich wird dies durch die in den letzten Tagen stark gestiegenen Renditen für portugiesische Anleihen: für fünfjährige Laufzeiten zahlt Portugal jetzt schon 21 Prozent, für zehnjährige 17 Prozent Zinsen. Die nächsten Wochen werden mit Sicherheit entscheidende Weichenstellungen in der EURO-Thematik mit sich bringen.

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Also doch: Inflationierung durch weitere Schulden

Nach einem Bericht des Spiegel plant unser Finanzminister ein Gesetz, das es ermöglichen soll, etwaige Schuldengrenzen zu umgehen. Offensichtlich sieht man aus der aktuellen Entwicklung der EU-Schuldenkrise weitere Belastungen auf Deutschland zukommen, die mit den bisher vorgesehenen Finanzmitteln nicht abgedeckt werden können. Wie das einzuordnen ist, kann unter Big picture nachgesehen werden…

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Boston Consulting Group unterstützt Bundesfinanzministerium

Ein Schelm, wer Böses dabei denkt: Kevin Holle, Senior Partner & Managing Director im Berliner BCG-Büro wird demnächst die Abteilung Finanzmarktpolitik im Bundesfinanz-ministerium leiten. Deren Aufgabe soll die Vorbereitung von Entscheidungen für Finanzminister Wolfgang Schäuble in Kernfragen der Währungskrise sein. Es ist schon ungewöhnlich, dass eine Führungskraft aus der Privatwirtschaft in eine solche Behörde wechselt. Nun erschien interessanterweise im September 2011 bei der Boston Consulting Unternehmensberatung eine Studie, die sich damit befasst, wie man die Schuldenkrise über einen Schuldenschnitt (oder auch “Haircut” genannt) eindämmen könnte. Das BCG-Papier trägt den Namen “Collateral Damage – Back to Mesopotamia? – The Looming Threat of Debt Restructuring” (liegt uns vor). Die BCG kommt zu dem Ergebnis: Im EU-Durchschnitt wäre ein Schuldenschnitt von 34% im privaten Sektor erforderlich (Deutschland 11%), um die Verschuldung auf ein erträgliches Maß zu reduzieren. Ob mit dem Engagement des BCG-Mannes eine solche Maßnahme vorbereitet werden soll? Darüber darf spekuliert werden…

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Hohe Abschreibungen auf Siemens Solar-Sparte

Das kann sich nur ein Unternehmen wie Siemens leisten: nach einer Meldung des Handelsblatt muss Siemens auf das vor wenigen Jahren zugekaufte israelische Solarunternehmen “Solel” jetzt eine Abschreibung in Höhe von 200 Millionen Euro vornehmen. Insgesamt soll der Zukauf 284 Millionen Euro gekostet haben. Mit anderen Worten: nach heutiger Einschätzung eine totale Fehlinvestition. Erst vor kurzem mussten in der Healthcare-Sparte Abschreibungen auf die Zukäufe im Bereich Diagnostik in Milliardenhöhe vorgenommen werden. Ein Desaster, das lediglich eine kurze Pressemitteilung wert ist. Dabei ist es auch nach dem missglückten Börsengang von Osram eine weiteres unrühmliches Beispiel für krasse Fehlentscheidungen im Siemens-Management. Lieber widmete man sich der Frage, ob die Zentrale für die Solareinheit in Israel bleiben oder doch nach Nürnberg-Moorenbrunn verlegt werden soll, statt dass man sich darum kümmert, erfolgreiche Investitionen zu tätigen. Wenn man weiss, wie sehr die operativen Unternehmenseinheiten gedrängt werden, im Tagesgeschäft Kosten einzusparen und die Profitabilität zu erhöhen, muten solche Management-Fehler wie ein Treppenwitz an. Ob hierfür wohl jemand zur Rechenschaft gezogen wird? Wohl kaum.

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“Es ist Fünf vor Zwölf” – Seminar von W. Eichelburg am 31.07.2011 in München

Am vergangenen Sonntag fand ein vierstündiges Seminar mit dem Betreiber der derzeit wohl meistgelesenen Edelmetall- bzw. Finanzseite des deutschsprachigen Raumes Walter Eichelburg in München-Oberschleissheim statt. Es hatten sich immerhin ca. 50 Personen eingefunden. In den ersten eineinhalb Stunden, ging der Edelmetall- und – nach eigenen Aussagen – auch Investmentexperte sehr ausführlich auf die aktuelle (Verschuldungs-)Situation auf den weltweiten Finanzmärkten ein. Für regelmässige Leser seiner Webseite Hartgeld.com gab es hier kaum wesentlich neue Erkenntnisse zu gewinnen. Den zweiten Teil des Vortrages widmete er dem wahrscheinlichen Ablauf des Währungscrashs und der Frage, wie der Anleger sein Vermögen einigermassen schützen kann. Die Botschaften, die er für das interessierte Publikum mitbrachte, überraschte den eifrigen Hartgeld.com-Leser natürlich nicht sonderlich: nach wie vor sind Edelmetalle angesagt, vor allem Gold und Silber. Interessant waren seine Begründungen, die in sich schlüssig wirkten. So rät er eindringlich auch dazu, Assets, die im allgemeinen sehr stark mit Fremdkapital finanziert seien – wie vor allem Immobilien, schnellstmöglich zu veräussern, da diese einen starken Wertverlust aufweisen werden. Geleaste KfZ sind seiner Meinung nach mit besonders großen Risiken verbunden. Starke Wertverluste erwartet er auch bei Aktien und ganz besonders Anleihen, für die sich bald keine Käufer mehr finden werden. Bemerkenswert waren die Nuancen zu früher, die in seinen Empfehlungen zum Ausdruck kamen. So rät er Besitzern von Immobilien – besonders denen, die zur Finanzierung Darlehen aufgenommen haben – diese zu verkaufen, solange es noch geht. Ob die Zeit hierfür allerdings noch ausreicht, da ist er sich keineswegs sicher, da er bereits im Herbst mit einem weltweiten Währungscrash rechnet. Im Unterschied zu früher scheint er jedoch nicht mehr ausschliesslich davon auszugehen, dass Besitzer von fremdfinanzierten Immobilien Ihre Immobilie verlieren werden, wenn entsprechende Darlehen mindestens zu 50% mit Gold und Silber “abgesichert” sind und noch eine mindestens fünfjährige Zinsfestschreibung für das Darlehen gegeben ist. Verloren sind für ihn Besitzer von Immobilien, die zum Grossteil mit Krediten auf den Schweizer Franken finanziert sind (meist bei variabler Zinssatz-Vereinbarung). Am Thema Immobilien schienen wohl viele Teilnehmer besonders interessiert gewesen zu sein. Offensichtlich “drückte da bei den meisten der Schuh”. Entsprechend seinem düsteren Szenario für die nächsten Jahre ging Walter Eichelburg ausführlich darauf ein, wie sich der Einzelne vor den zu erwartenden Unruhen und Tumulten im Land schützen kann. Fragen hierzu konnten interessierte Personen am Ende des Seminars auch an den ausgewiesenen Experten für die Krisenvorsorge, Gerhard Spannbauer, stellen, der sich am Sonntag nachmittag zu dieser Veranstaltung einfand. Ohne die große Chance zu nutzen, sich mit anderen Betroffenen noch auszutauschen, verliessen die meisten Teilnehmer den Veranstaltungsort eher wortkarg: entweder unsicher darüber, ob sie für das vom Referenten dargestellten Szenario wohl ausreichend vorbereitet sind oder in dem Bewusstsein, bereits alles getan zu haben, was in der eigenen Macht steht.

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